Über uns

Anja Drews

Manche Menschen machen aus ihrer privaten Leidenschaft einen Beruf. So war das auch bei mir. Als Jugendliche wartete ich mit meiner besten Freundin jeden Donnerstag auf die neue Ausgabe der Bravo. Die war damals unser fast einziges Aufklärungsmedium. In der Schule gab es ein wenig Biologie dazu. Den Rest bekamen wir durch das Flaschendrehen auf den Geburtstagspartys und die Pornosammlung mancher Eltern mit. So stolperte ich anfangs durch mein Liebesleben. Erst spät entdeckte ich, was ein Orgasmus ist und wie sich Leidenschaft anfühlt. Und dann gab es kein Halten mehr! Ich wollte alles wissen und alles ausprobieren.

Mein Studium der Sexualwissenschaften​

Mich hat schon immer interessiert, wie wir Menschen zu denjenigen werden, die wir sind. Wovon werden wir beeinflusst und was bringen wir schon bei der Geburt mit auf die Welt?

Liebe und Sexualität

Als sich die Möglichkeit ergab, Sexualwissenschaften zu studieren, hier in die Tiefe zu gehen und außerdem meine praktischen Erfahrungen theoretisch zu durchleuchten, war ich begeistert! Damals gab es einen solchen speziellen Studiengang noch gar nicht. Und so nahm ich zuerst an einem Pilotprojekt für Sexualpädagogik unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Sielert teil. Den Rest meines Wissens sammelte ich mir in den Vorlesungen und Seminaren an den anderen Fakultäten zusammen. Ich war bei den Juristen, den Soziologen, den Psychologen, den Historikern, den Germanisten, den Medizinern, den Pädagogen und den Biologen.

Ich habe mich mit den Werken des Marquis de Sade auseinandergesetzt, sexuelle Funktionsstörungen erforscht, Methoden für die sexualpädagogische Arbeit und Sexualberatung gelernt, Menschen mit Präferenzstörungen wie Fetischismus oder Voyeurismus befragt, mich in der SM-Szene herumgetrieben, Trans- und Intersexualität entdeckt, Grundlagenforschung zur Geschichte der Selbstbefriedigung betrieben und noch vieles mehr. Es war ein breites Spektrum. Hieran wird auch schon deutlich, wie viele verschiedene Facetten Sexualität hat.

Was danach kam und was ich heute mache

So viel Theorie ist spannend, geht aber auch an die Substanz. Nach dem Studium brauchte ich daher Abstand, um erst einmal wieder zu mir finden. Ich wollte wieder Sex haben, ohne andauernd darüber nachzudenken, was ich da tat oder mit mir tun ließ. Also habe ich der Sexualwissenschaft eine ganze Weile den Rücken zugekehrt.

Langsam näherte ich mich dem Thema über sexualpädagogische Angebote und Sexualberatung jedoch wieder an, indem ich im sozialen Bereich Jugendliche und Erwachsene in Sachen Partnerschaft und Sexualität beriet.

Und dann ging es wieder los:

  • Das Unternehmen Beate Uhse kam auf mich zu. Im Studium war es mein Traum gewesen, für diese tolle Frau zu arbeiten. Zwar war sie mittlerweile verstorben, trotzdem fühlte es sich für mich wie eine Ehre an, in ihre riesengroßen Fußstapfen zu treten. Für das Unternehmen habe ich ein Beratungsangebot aufgebaut und als Sex-Expertin für das Magazin geschrieben. Ich habe Drehbücher für Sex-Educationals entworfen und versucht, auf diesem Wege den Umgang mit Sexualität zu entspannen. Heute schreibe ich aufklärende, informative Beiträge für andere namhafte Unternehmen.
  • Der Stiftung Männergesundheit in Berlin stehe ich beratend für den Bereich Männersexualität zur Seite. Diese Jahr hat die Stiftung in Zusammenarbeit mit der Uni Merseburg den Dritten Gesundheitsbericht mit dem Titel “Sexualität von Männern” herausgebracht. Mit meinem Beitrag über Sextoys bin ich eine von 40 Autoren und Autorinnen, die ihre Empfehlungen für Forschung und Politik aussprechen. Mit der Uni Merseburg ist ein Anschlussprojekt zu meinem Thema des Berichts angedacht. Auch das wird spannend!
  • Ich bin Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft. Hier kommen überwiegend Mediziner und Psychologen zusammen, um über ihre Sichtweise von Sexualität zu diskutieren.
  • Als Expertin für Sexualfragen werde ich regelmäßig interviewt, unter anderem von der Cosmopolitan, der Brigitte oder dem Magazin der AOK. Zuletzt vom Deutschlandfunk zu meiner Ansicht über Sexroboter.
  • 2016 habe ich an einer umfangreichen und spannenden Fortbildung in Sexologie und Sexualberatung nach der körperorientierten Sexualtherapie-Methode „Sexocorporel“ teilgenommen. Die Methoden bieten wunderbare Möglichkeiten, unseren Körper und unsere Lust neu zu entdecken.
  • 2017 habe ich mich auf eine spannende Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche begeben und diese mit der bestandenen Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie abgeschlossen. So kann ich in meiner Arbeit auch auf ein fundiertes psychologisches Wissen zurückgreifen. Sexuelle Probleme können in Folge einer psychischen Krankheit entstehen, sie können diese aber auch erst auslösen.

Das beschäftigt mich:

Es gibt zwei große Themen, die mich nach wie vor beschäftigen:

  • Wie wirken sich gesellschaftliche Veränderungen auf unser ganz persönliches Erleben von Sexualität aus? Diese Frage hat gerade heute mit der Internet- und Pornographie-Debatte eine hohe Brisanz. Der Umgang mit Sexualität wird immer offener. Aber was bedeutet das für den Einzelnen? Was geschieht mit uns, wenn immer mehr Menschen allein leben? Eines weiß man schon heute: Der Single, der wild durch die Betten hüpft, ist die Ausnahme. Und wie wirkt sich der heutige Leistungs- und Perfektionsanspruch auf die Lust aus? Welche sexuellen Probleme entstehen dadurch und was können wir dagegen unternehmen?
  • Das andere große Thema ist das Älterwerden. In meiner Diplomarbeit habe ich mich mit der Sexualgeragogik beschäftigt und Methoden entwickelt, wie wir mit älteren Menschen zu ihrer sexuellen Biographie arbeiten können. Viele von ihnen haben Sexualität als etwas wenig Lustbetontes, stattdessen mehr als Pflichterfüllung erlebt. Sex ist häufig auf den Geschlechtsverkehr reduziert. Fehlende Informationen über alters- oder krankheitsbedingte Veränderungen führen zu Verunsicherung und Vermeidung. Sexualität begleitet uns aber ein Leben lang. Und so lohnt es sich, auch im Alter das Schöne an der Liebe zu entdecken!

Warum wir diese Seite entwickelt haben

Informationen sind die Grundlage für unser Handeln und Fühlen. Da mir das Schreiben viel Spaß macht, greife ich alles auf, das mir wichtig oder interessant erscheint und versuche, darüber ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Dafür haben wir diese Seite entwickelt.

Aus Erfahrung weiß ich aber auch, dass es oft nicht ausreicht, über etwas zu lesen. Denn das bedeutet nicht unbedingt, es auch umsetzen zu können. Deshalb biete ich eine persönliche Sexualberatung an. Der Bedarf ist jedoch viel höher. Und nicht immer ist eine persönliche Beratung möglich oder erwünscht. Immerhin ist das Thema Sexualität auch mit viel Scham besetzt. Deshalb entwickle ich auf dieser Seite spezielle Online-Programme, nach denen Hilfesuchende für sich allein oder als Paar vorgehen können.

Ich schreibe aber nicht nur gern. Fast noch lieber rede ich. Deshalb gibt es viele Themen jetzt auch als Podcast! Zum einen hier auf der Seite und zum anderen unter www.allesworansiedenken.de. Dort spreche ich mit meinem Sidekick Olaf Kock über alles, was Spaß macht, Fragen aufwirft und uns damit eigentlich andauernd beschäftigt.

Und wer ist Marco? Der Mann im Hintergrund, der diese Seite technisch aufbaut und betreut und dafür sorgt, dass unser Angebot auch gefunden wird. Ich freue mich sehr über unsere Zusammenarbeit, denn wir ergänzen uns perfekt!