7 Kuriositäten über Sperma und Ejakulation

Sperma ist ein Lebenselixier! Sperma schenkt Leben! Und damit ist es neben der Eizelle das Kostbarste, das wir Menschen besitzen. Diese Tatsache solltest Du Dir einmal auf der Zunge zergehen lassen. Bildlich gesprochen. Zu der Umsetzung kommen wir später. Wir brauchen heute dank moderner Technik keinen Sex mehr, um uns fortzupflanzen. Was wir aber brauchen, ist Sperma. Und das Tolle ist, dass Dein Körper es immer wieder neu produziert. Je mehr Orgasmen Du hast, desto gesünder und potenter ist Dein Sperma.

Nun willst Du ja vermutlich gar nicht fortwährend Kinder zeugen. Ganz im Gegenteil. Trotzdem kommt verlässlich Orgasmus für Orgasmus bei jeder Ejakulation diese herrliche Flüssigkeit aus dir heraus. Sie führt Dir Deine sexuelle Energie regelrecht vor Augen. In unserem Liebesleben kommt ihr eine herausragende Rolle zu. Wie ich finde, ist das Grund genug, hier einmal wissenswerte Kuriositäten über Sperma und Ejakulation zusammenzutragen.​

1.  1000 Schuss und dann ist Schluss!

Wenn Du diesen Ausspruch noch kennst, bist Du ​vermutlich schon etwas älter. Heute ist klar, dass Sperma immer wieder neu produziert wird. Aber bis vor gar nicht allzu langer Zeit war das noch anders. Früher dachten die Menschen, wir hätten nur eine bestimmte Menge an verschiedenen Flüssigkeiten in unserem Körper. Nix da mit der verschwenderischen Fülle, von der wir heute wissen. Fossile Brennstoffe statt erneuerbarer Energien sozusagen.

Zum einen waren die Menschen der festen Überzeugung, dass ihr Sperma irgendwann aufgebraucht wäre. Und zum anderen befürchteten vor allem die Ärzte, dass die anderen Flüssigkeiten dadurch aus dem Gleichgewicht gerieten, was wiederum fatale Folgen für den Gesundheitszustand nach sich ziehen würde. Deshalb war Selbstbefriedigung auch so lange verpönt. Ach, was sage ich da, verpönt? Lebensgefährlich! Die Menschen glaubten fest daran, deswegen zu sterben! Es gab keine Krankheit, die nicht durch die Masturbation erklärt werden konnte. Schwindsucht, Fehlgeburten, Fieber, Schwachsinn.

2. Wer kann wie lange die Ejakulation zurückhalten?

Viele Männer glauben, sie kommen zu früh. Die Frage ist nur, zu früh für was? Und was gilt als Maßstab? Hoffentlich nicht die Männer aus der Pornowelt. Die scheinen ja endlos lange durchzuhalten. Aber das brauchen wir im wahren Leben gar nicht. Denn Sex besteht ja aus noch viel mehr als nur dem Koitus. Der dauert durchschnittlich tatsächlich nur sechs Minuten.

Um herauszufinden, was wohl „normal“ oder natürlich ist, wird ja gern in der Tierwelt nach Vergleichen geschaut. Ein Blick auf unsere Primatenverwandten zeigt, dass es hier ganz unterschiedliche Sexmodelle gibt:​

  • Ein Orang Utan hat eine durchschnittliche vaginale Verweildauer von 10,8 Minuten. Dabei geht er allerdings recht aggressiv mit seiner Partnerin um.
  • Schimpansen wiederum sind innerhalb von 7 Sekunden fertig. In dieser kurzen Zeit sind sie dann aber auch recht friedlich im Umgang.
  • Australische männliche Beuteltiere paaren sich nach dem Swinger-Prinzip: Mit verschiedenen Partnerinnen bringen sie es auf 14 Stunden am Stück. Solltest Du Dir jetzt wünschen, so ein Beuteltier zu sein, lass Dir sagen: Lieber nicht, denn diese Tiere beuteln sich bis zur Erschöpfung. Sie können daran sogar sterben.
  • Männliche Stabheuschrecken klammern sich für ganze zehn Wochen am Weibchen fest und legen immer wieder los. Ganz im Ernst: Wie sollte denn das in unserer durchindividualisierten Welt funktionieren? Wir sind doch schon genervt, wenn wir nur einmal eine Woche im Urlaub miteinander rumhängen.

Was sollte denn jetzt als Maßstab gelten? 7 Sekunden? Zehn Wochen? Und was wir in der Tierwelt ohnehin nicht finden, ist erotische Kunst. Ich habe noch nie von Tieren gehört,

  • die sich mit der Zunge befriedigen.
  • die sich Sextoys in alle Körperöffnungen schieben.
  • die sich gegenseitig heiße Bilder und Botschaften schicken.
  • die sich gegenseitig heiße Bilder und Botschaften schicken.
  • die sich über das Telefon bis zum Höhepunkt bringen.
  • die sich erotische Geschichten vorlesen oder gemeinsam Pornos anschauen.
  • die sich durch das Kamasutra turnen.

Es geht also nicht darum, wer am längsten kann. Es geht vielmehr darum, wer alles zusammen am Besten kann. Und wer tatsächlich nicht so lange durchhält, der sollte an seinen anderen Qualitäten als Liebhaber arbeiten.

3. Wer kann am weitesten ejakulieren?

Länger, schneller, höher, weiter: Wir Menschen messen gern alles aus und messen uns aneinander. Auch vor unserer Sexualität machen wir dabei nicht halt. Die Sexualpioniere Masters und Johnson haben ganz genau erforscht, wie der sexuelle Reaktionszyklus verläuft und wie lange die einzelnen Phasen dauern können. Aber wer kann am Weitesten ejakulieren? Das haben sie nicht mitbedacht.

Dafür wollte Alfred Kinsey dies um die Mitte des letzten Jahrhunderts herum ganz genau wissen. Auch dieser Sexologe hat sich mit allem beschäftigt, was messbar war. Seine beiden Kinsey-Reporte haben damals die Welt verändert. Noch nie hatte es ein derartig genaues und offen zugängliches Wissen über die menschliche Sexualität gegeben. Dank ihm erfuhren die Menschen zum Beispiel, dass Selbstbefriedigung ein völlig normales Verhalten ist.

Auch an der männlichen Ejakulation war er brennend interessiert. In den 1940ern ging das Vorurteil um, die Geschwindigkeit, mit der ein Spermium auf die Gebärmutter trifft, sei für dessen Befruchtungserfolg verantwortlich. Kinsey fand tatsächlich 300 Männer, die an seiner Studie teilnahmen. Tja, was soll man sagen, statt explosiver Geschosse traf er bei drei Vierteln seiner Probanden auf lahme Enten. Das Sperma schoss gar nicht heraus! Es quoll nur heraus! Die Spermien werden nicht bis in den Muttermund hineingeschleudert sondern vielmehr an der Haustür abgesetzt. Was auch nicht weiter schlimm ist. Denn entgegen der landläufigen Meinung müssen sie ab hier nicht um ihr Leben schwimmen, sondern werden von der Gebärmutter regelrecht hochgepumpt.

So, und wo liegt nun der Ejakulations-Weitspritz-Rekord? Halt Dich fest! Bei 2,50 Meter! Nun ist dieser Rekord ja schon etwas älter und vermutlich gibt es längst eine neue Zahl. Aber ich hoffe, ich konnte bisher auch deutlich machen, dass es darauf beim Sex nicht ankommt.

4. Kann Ananas den Spermageschmack verändern?

Ein Blowjob, herrlich! Und dann noch der krönende Abschluss, dass sie es genüsslich schluckt. Welcher Mann wünscht sich nicht, dass seine Liebste gar nicht genug bekomme von seinem kostbaren Nektar. Nur leider bleibt das für sehr viele Männer eine pure Wunschvorstellung. Denn Frauen sind gar nicht so begeistert vom Sperma ihrer Liebsten wie diese selber. Da fragt sich so mancher Liebhaber, wie er es ihr schmackhaft machen kann. Dabei geht es ja gar nicht wirklich nur um den puren Geschmack sondern auch um die Konsistenz und das Thema an sich.

Und wie oft habe ich das nicht schon gehört: Ananas verändere den Geschmack vom Sperma. Wenn dem wirklich so wäre, müssten wir im Supermarkt eigentlich andauernd Männer mit Ananasfrüchten im Einkaufskorb sehen. Sehen wir aber nicht. Denn das wäre auch zu einfach. Etwas Ananas auf den Teller und anschließend ein Blowjob mit Schlucken. Und wer partout keine Ananas mag, der könnte es auch mit Gurken, Sauerbraten oder Erdbeeren versuchen. Immerhin schmeckt der Käse auch anders, wenn die Kühe statt mit Heu mit Kräutern gefüttert werden. Um das herauszuschmecken, müssen wir allerdings schon sehr erfahrene Gourmets sein.

Nein, leider funktioniert das beim Sperma nicht. Es sei denn, ein Mann isst nur noch Ananas. Aber selbst da glaube ich nicht an den Erfolg. Wer könnte hier nun besser als Versuchskaninchen gelten als ein Mann selber? Probiere es aus! Werde Dein eigener Sperma-Sommelier! Iss Ananas - eine, zwei, drei vier, so viel du kannst - masturbiere und koste dann Dein Sperma. Und schreib uns bitte, was Du herausgefunden hast!

5. Riecht der Atem nach dem Sex nach Sperma?

Herrlich, was für eine Vorstellung. Die einen wollen den Geschmack des Spermas verändern. Und die anderen stellen die Behauptung auf, der weibliche Speichel rieche noch bis zu zwei Stunden nach dem Verkehr dezent nach Sperma. „Sag mir, wie du riechst und ich sage dir, wann du das letzte Mal Sex hattest.“

Die Idee dazu hatte der Gynäkologe und Autor Theodor van de Velde. Sein Eheratgeber „Die Vollkommene Ehe“ erschien 1926 und prägte das Liebesleben zahlloser Paare. Das Buch ist eine aus heutiger Sicht sehr erheiternde Lektüre. Damals allerdings galt es als Aufklärungsbuch und war für viele Menschen der einzige Zugang zu Informationen über Sexualität. Tja, und dann liest man so etwas. Wie viele Männer haben wohl versucht, am Atem ihres Gegenübers zu schnüffeln?

Und wie kam van de Velde zu dieser überaus interessanten Aussage? Nun, immerhin erzählten ihm insgesamt drei Frauen unabhängig voneinander, dass deren Ehemänner nach dem Verkehr diesen ganz besonderen Geruch wahrgenommen hätten. Davon seien diese so erregt gewesen, dass sich direkt noch ein Liebesspiel anschloss. Der einzige Grund, den ich mir für diesen Geruch vorstellen kann, ist ein vorangegangener erfolgreicher Blowjob. Darüber hätten die feinen Damen der damaligen Gesellschaft allerdings kein einziges Wort verloren....

6. Sperma als beste unsichtbare Tinte

Unsichtbare Tinte kennen viele noch aus ihrer Jugendzeit. Etwas zu schreiben und erst später sichtbar werden zu lassen, ist ein spannendes Erlebnis für Kinder. In Zeiten vor der Entwicklung von Verschlüsselungsmaschinen wie der Enigma und vor der Erfindung des Computers mitsamt Internet war es sicherlich von erheblichem Vorteil, wenn der Feind nicht lesen konnte, was auf dem Papier stand. Und so gab der britische Geheimdienst 1915 die Suche nach geeigneten Substanzen an der Londoner Universität in Auftrag. Und siehe da, Sperma erwies sich auch in dieser Hinsicht als hochpotent! Nicht einmal der bei unsichtbaren Tinten sonst so gefürchtete Joddampf konnte dieser Tinte etwas anhaben.

Nun ist es der Fantasie des Leser oder der Leserin überlassen, sich die konkrete Anwendung bildlich vorzustellen. Ich glaube allerdings nicht, dass sich diese Entdeckung als bahnbrechend erwiesen hat.

Nachzulesen ist diese wahrlich kuriose Tatsache in" MI6: The History of the Secret Intelligence Service 1909-1949" von Professor Keith Jeffery, erschienen 2010 im Bloomsbury Publishing Verlag.

7. Sperma als außergewöhnliche Zutat in der Küche

Den Geschmack verändern, den Geruch im Atem wahrnehmen: Wem dies noch nicht genug ist, der findet im Kochbuch „Natural Harvest: A collection of semen-based recipes“ eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Gerichten durch die Zugabe von Sperma eine ganz besondere Note zu verleihen. Man stelle sich vor, der Koch brilliert in der Küche und zaubert seinen Gästen ein köstliches 5-Gänge-Menü mit den allerbesten Zutaten. Anschließend wird er nach seinem Geheimnis gefragt und antwortet wahrheitsgemäß mit „Mein Sperma!“ Ich bin gespannt, ob er diese Gäste noch einmal bewirten darf...

Anja Drews
 

Als Dipl.-Sexualpädagogin, Sexualtherapeutin und Sexualwissenschaftlerin unterstütze ich Menschen dabei, ihren ganz eigenen Weg in dieser wohl spannendsten und vielfältigsten Seite unseres Lebens zu finden. Meine Arbeit erfüllt mich mit großer Freude und begeistert mich immer wieder aufs Neue! Ausführliche Informationen über mich findest du hier auf der Seite.

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